Sorry - Zoran Drvenkar

Samstag, 18. März 2017
Verlag: Ullstein | Preis: 19,90€ | 400 Seiten | Hardcover | Kaufen?


Klappentext
Vier Freunde folgen einem scheinbar harmlosen Auftrag und stehen plötzlich einer grauenvoll zugerichteten Leiche gegenüber. Er zwingt sie, sich in seinem Namen bei dem Opfer zu entschuldigen. Als sie darauf eingehen, nimmt ein unvorstellbar perfides und grausames Spiel seinen Lauf ...

Meine Meinung 
Nach "Still" von Zoran Drvenkar weiß ich, wie tief mich dieser Autor treffen & wie sehr er mich schockieren kann. Was soll ich sagen? Mit "Sorry" ging es mir nicht anders. Schon nach den ersten Sätzen habe ich eine unfassbar bedrückende Atmosphäre wahrgenommen, die bis zum Schluss nicht abgeklungen ist. Je tiefer man als Leser in den Strudel der Ereignisse gerät, desto beklemmender wird es. Zoran Drvenkar hat einen außergewöhnlichen Schreibstil, den ich persönlich absolut liebe! Er setzt, im Gegensatz zu vielen anderen Autoren, Spiegelstriche um die wörtliche Rede seiner Charaktere zu kennzeichnen. Anfangs ist dies vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig, aber nach ein paar Sätzen fällt einem das gar nicht mehr auf.

Mich hat die Geschichte um Frauke, Tamara, Kris und Wolf vollkommen mitgerissen. Die Erzählperspektiven sind sehr besonders und sorgen dafür, dass man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen kann, weil es von Kapitel zu Kapitel immer rätselhafter & verstörender wird. Ich war sprachlos, erschüttert & hatte desöfteren eine Gänsehaut, weil es so extrem spannend und zugleich so einnehmend war. Drvenkar fordert seine Leser wahrlich heraus & man sollte das Buch sehr aufmerksam lesen, was für mich einen ganz besonderes Reiz hatte. Es ist keine leichte Kost für zwischendurch und definitiv nichts für schwache Nerven. Man blickt in die Abgründe der menschlichen Psyche und das auf eine sehr krasse, intensive Art & Weise. Mehr möchte ich zur Geschichte auch gar nicht schreiben, mich beeindruckt dieser Autor einfach zutiefst. Was er mit seinen Sätzen schafft ist außerordentlich & und bisher steht er damit bei mir unangefochten auf Platz 1.

In einem Interview was ich von Zoran Drvenkar gesehen habe erzählte er, dass er während er "Sorry" schrieb, 2 Jahre pausieren musste, weil er Angst vor seiner eigenen Geschichte hatte - Ich glaube, das sagt alles!


4,5/5 Sternen
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