Scar - Jack Ketchum

Dienstag, 30. Mai 2017

Verlag: Heyne | Preis: 14,99€ | 336 Seiten | Broschiert | Kaufen?

Klappentext
Mit elf Jahren ist Delia Cross bereits ein gefeierter Fernsehstar – aber nicht glücklich. Ihre Mutter ist von krankhaftem Ehrgeiz getrieben. Ihr Vater dem Alkohol verfallen. Ihr Bruder von Eifersucht zerfressen. Einzig der Familienhund Caity hält immer treu zu ihr. Dann droht ein tragischer Unfall, Delias Karriere für immer zunichtezumachen. Doch sogar ihre Narben werden gegen ihren Willen vermarktet. Bis sie beginnt, sich zu wehren …


Meine Meinung
Mein erstes Buch von Jack Ketchum war "Evil", was ich vor einigen Jahren gelesen habe & was mich unglaublich mitgenommen hat. Ich habe die Geschichte heute noch im Kopf & denke mit Schrecken daran zurück. Als ich erfahren habe das ein neues Buch von ihm erscheint, habe ich mich wahnsinnig darauf gefreut, denn das geniale Cover und der Klappentext lassen eine vielversprechende Geschichte vermuten ...

Ich musste leider ziemlich schnell feststellen, dass ich große Probleme damit hatte, in die Geschichte reinzukommen. Schon gleich nach den ersten Seiten ist mir der Schreibstil negativ aufgefallen. Diese abgehackten, kurzen Sätze haben mich zwar durch das Buch gejagt, bei mir aber keinerlei Atmosphäre oder Spannung erzeugt. Auch die Charaktere, die meiner Meinung nach sehr viel Potenzial hatten, blieben mir allesamt durchweg zu blass und oberflächlich. Und ganz besonders bei Delia hätte ich mir viel mehr Tiefgang gewünscht. Das einzige was spürbar war, war die Liebe zu ihrer Hündin Cathy, aber die Entwicklung der Geschichte diesbezüglich, hat mir so gar nicht gefallen!

Während dem lesen habe ich ständig auf einen ganz bestimmten Moment hingefiebert. Auf den großen Knall, der mir eine Gänsehaut beschert und mir den Atem stocken lässt. Was soll ich sagen? Fehlanzeige! Die Umsetzung oder Delias Art und Weise sich zu wehren, hat mich einfach nur enttäuscht. Vielleicht hatte ich auch zu hohe Erwartungen, da das Buch ja im Heyne Hardcore Verlag erschienen ist und dort Geschichten zu finden sind, die absolut schockieren und einem wirklich unter die Haut gehen. Bei "Scar" war das so nicht der Fall, hierbei handelt es sich eher um ein Familiendrama, das mich aber leider nicht erreichen konnte.
Ich werde in Zukunft auch die Finger von Jack Ketchum Bücher lassen (auch wenn Lucky McKee hier mit am Werke war) denn die Art zu schreiben hat mir einfach überhaupt nicht zugesagt.



1/5 Sternen



Vielen Dank an den Heyne Verlag für das freundliche Bereitstellen des Buches!

AchtNacht - Sebastian Fitzek

Sonntag, 28. Mai 2017
Verlag: Knaur | Preis: 12,99€ | 416 Seiten | Broschiert | Kaufen?

Klappentext
Es ist der 8. 8., acht Uhr acht. Sie haben 80 Millionen Feinde. Werden Sie die AchtNacht überleben? Stellen Sie sich vor, es gibt eine Todeslotterie. Sie können den Namen eines verhassten Menschen in einen Lostopf werfen. In der „AchtNacht“, am 8. 8. jedes Jahres, wird aus allen Vorschlägen ein Name gezogen. Der Auserwählte ist eine AchtNacht lang geächtet, vogelfrei. Jeder in Deutschland darf ihn straffrei töten - und wird mit einem Kopfgeld von zehn Millionen Euro belohnt. Das ist kein Gedankenspiel. Sondern bitterer Ernst. Es ist ein massenpsychologisches Experiment, das aus dem Ruder lief. Und Ihr Name wurde gezogen!

Meine Meinung
Seit ich erfahren habe das wieder ein neues Buch von Sebastian Fitzek erscheint, habe ich sehnlichst darauf hingefiebert. Zum einen natürlich weil er in meinen Augen ein großartiger Autor ist und zum anderen, weil mich die Beschreibung des Buches sofort an einen meiner Lieblingsfilme erinnert hat: The Purge. Gleich auf der erste Seite macht Fitzek auch deutlich, dass er sich von den Filmen hat inspirieren lassen und am Ende geht er darauf auch nochmal genauer ein. Ich empfehle generell immer bei den Büchern von Fitzek, die Danksagungen und Anmerkungen am Schluß aufmerksam zu lesen. Diese letzten Seiten allein sind jedesmal ein kleines Highlight & dies war bei "AchtNacht" nicht anders.

Schon gleich zu Beginn hatte mich das Buch in seinen Fängen und ich konnte es tatsächlich nicht aus der Hand legen. Es war an manchen Stellen so unfassbar spannend, dass es kaum auszuhalten war. Die Vorstellung eines solchen Experiments fand ich extrem beängstigend, wahrscheinlich auch weil es gar nicht so fernab unserer Realität ist. Sebastian Fitzek greift mal wieder gekonnt ein aktuelles Thema auf und hält uns neben der Geschichte um Ben & Arezu, den Spiegel unserer heutigen Gesellschaft vor Augen - was definitiv zum nachdenken anregt.

Der Schreibstil hat mir, wie gewohnt, sehr gut gefallen und da die Geschichte sehr actiongeladen ist, fliegt man nur so durch die Seiten. Leider lies die Spannung für mich ab der Hälfte etwas nach und obwohl die Auflösung gegen Ende absolut unvorhersehbar war, konnte sie mich nicht so schockieren wie erwartet, da es einfach nicht neues für mich war. Der Schluß wirkte auf mich ziemlich konstruiert & konnte mich demnach nicht so richtig zufriedenstellen.
Nichtsdestotrotz hat mich "AchtNacht" gut unterhalten!

Sebastian Fitzek hat sich zwar von "The Purge" inspirieren lassen, hat aber im Endeffekt was ganz eigenes draus gemacht. Wer einen abwechslungsreichen Thriller mit einer angsteinflößenden Idee lesen möchte, sollte zu diesem Buch greifen!



4/5 Sternen


Vielen Dank an den Knaur Verlag für das freundliche Bereitstellen des Buches!

Sorry - Zoran Drvenkar

Samstag, 18. März 2017
Verlag: Ullstein | Preis: 19,90€ | 400 Seiten | Hardcover | Kaufen?


Klappentext
Vier Freunde folgen einem scheinbar harmlosen Auftrag und stehen plötzlich einer grauenvoll zugerichteten Leiche gegenüber. Er zwingt sie, sich in seinem Namen bei dem Opfer zu entschuldigen. Als sie darauf eingehen, nimmt ein unvorstellbar perfides und grausames Spiel seinen Lauf ...

Meine Meinung 
Nach "Still" von Zoran Drvenkar weiß ich, wie tief mich dieser Autor treffen & wie sehr er mich schockieren kann. Was soll ich sagen? Mit "Sorry" ging es mir nicht anders. Schon nach den ersten Sätzen habe ich eine unfassbar bedrückende Atmosphäre wahrgenommen, die bis zum Schluss nicht abgeklungen ist. Je tiefer man als Leser in den Strudel der Ereignisse gerät, desto beklemmender wird es. Zoran Drvenkar hat einen außergewöhnlichen Schreibstil, den ich persönlich absolut liebe! Er setzt, im Gegensatz zu vielen anderen Autoren, Spiegelstriche um die wörtliche Rede seiner Charaktere zu kennzeichnen. Anfangs ist dies vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig, aber nach ein paar Sätzen fällt einem das gar nicht mehr auf.

Mich hat die Geschichte um Frauke, Tamara, Kris und Wolf vollkommen mitgerissen. Die Erzählperspektiven sind sehr besonders und sorgen dafür, dass man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen kann, weil es von Kapitel zu Kapitel immer rätselhafter & verstörender wird. Ich war sprachlos, erschüttert & hatte desöfteren eine Gänsehaut, weil es so extrem spannend und zugleich so einnehmend war. Drvenkar fordert seine Leser wahrlich heraus & man sollte das Buch sehr aufmerksam lesen, was für mich einen ganz besonderes Reiz hatte. Es ist keine leichte Kost für zwischendurch und definitiv nichts für schwache Nerven. Man blickt in die Abgründe der menschlichen Psyche und das auf eine sehr krasse, intensive Art & Weise. Mehr möchte ich zur Geschichte auch gar nicht schreiben, mich beeindruckt dieser Autor einfach zutiefst. Was er mit seinen Sätzen schafft ist außerordentlich & und bisher steht er damit bei mir unangefochten auf Platz 1.

In einem Interview was ich von Zoran Drvenkar gesehen habe erzählte er, dass er während er "Sorry" schrieb, 2 Jahre pausieren musste, weil er Angst vor seiner eigenen Geschichte hatte - Ich glaube, das sagt alles!


4,5/5 Sternen

Fünf am Meer - Emma Sternberg

Verlag: Heyne | Preis: 9,99€ | 464 Seiten | Taschenbuch | Kaufen?


Klappentext
Es zieht Linn den Boden unter den Füßen weg, als sie ihren Verlobten in flagranti erwischt. Aber dann erfährt sie, dass sie geerbt hat – und findet sich in einem Haus in den Hamptons wieder, direkt am Meer. Die Bewohner, fünf lebenslustige Senioren, wachsen Linn bald ans Herz, genauso wie die gemeinsamen Granatapfel-Manhattans und die Storys über ihre glamouröse Tante Dorothy. Doch dann taucht dieser attraktive Journalist auf, der noch ein bisschen mehr zu wissen scheint ...


Meine Meinung 
Ich würde mal behaupten, dass ich keine typische Frauenroman-Leserin bin. Meine "Heimat" sind die Thriller und Jugendbücher & trotzdem hat mich dieses wunderschöne Cover mit der tollen Kurzbeschreibung wie magisch angezogen und ich musste es einfach lesen. Die Farben und die Gestaltung des Buches machen einfach sofort Lust auf Sommer, Sonne, Sonnenschein.

Der Schreibstil von Emma Sternberg hat mir sehr gut gefallen und Linn, die Protagonistin, mochte ich von Anfang an wahnsinnig gern. Man taucht ein in die Geschichte, wird gepackt und kann das Buch erstmal nicht aus der Hand legen. Auch die lebenslustigen Senioren die wir in diesem Buch kennenlernen, habe ich direkt in mein Herz geschlossen. Da ich "Fünf am Meer" tatsächlich auch teilweise am Strand direkt am Meer gelesen habe, konnte ich mich unglaublich gut in die Geschichte hineinversetzen & hatte großen Spaß beim lesen. Das Schicksal von Linn und das Leben der Senioren mit all seinen Wendungen hat mich sehr berührt und auch den Lebensweg ihrer Tante Dorothy fand ich interessant.

Und jetzt kommen wir zu dem Punkt warum ich normalerweise keine Frauenromane lese. Das Ende war total vorhersehbar & somit für mich leider sehr langweilig. Ich liebe Spannung in Büchern und überraschende Wendungen, was bei "Fünf am Meer" nicht unbedingt der Fall war. Nichtsdestotrotz wusste ich ja worauf ich mich einlasse & es war okay. Was locker, leichtes für zwischendurch, am Besten während man am Strand oder auf der Wiese unter dem Sonnenschirm liegt, Wassermelone isst und ein kühles Getränk zur Abkühlung schlürft.

Wer gerne Frauenromane liest & Lust auf eine schöne, unterhaltsame Sommerlektüre hat, dem kann ich dieses Buch nur empfehlen!


3,5/5 Sternen


Vielen Dank an den Heyne Verlag für das freundliche Bereitstellen des Buches!

Be my Girl - Nina Sadowsky

Donnerstag, 16. März 2017
Verlag: Penguin | Preis: 13,00€ | 336 Seiten | Broschiert | Kaufen?


Klappentext 
Ellie und Rob sind das perfekte Paar. Gut aussehend, erfolgreich, bis über beide Ohren verliebt. Aber nur Augenblicke nach dem Jawort scheint alles in Scherben zu liegen. Rob verbirgt eine entsetzliche Vergangenheit. Je mehr Ellie erfährt, desto tiefer wird sie in einen Strudel aus Lügen und Verrat gezogen, der ihrer beider Leben bedroht. Wer ist der Mann, den sie geheiratet hat? Und wie weit will sie gehen, um ihre Liebe zu retten? Denn Rob ahnt nicht, dass auch sie nicht ehrlich zu ihm war …


Meine Meinung 
Aufgrund der Kurzbeschreibung und des gelungenen Covers, habe ich das Buch nachdem ich es erhalten habe, sofort angefangen zu lesen. Ich habe eine dramatische und mitreißende Geschichte erwartet, was ich aber leider nicht bekommen habe.
Die ersten Seiten waren vielversprechend & es kam tatsächlich schon gleich etwas Spannung auf, jedoch verflog diese sehr schnell wieder und kam auch nicht wieder auf. Das Buch ist aufgeteilt in zwei Erzählstränge und wir wechseln zwischen "Damals" und "Heute". Die Kapitel sind meist sehr kurz, sodass man beim lesen schnell voran kommt, jedoch hat es auch dafür gesorgt, dass ich mich nicht in die Geschichte um Ellie und Rob einfinden konnte. Für mich waren diese ständigen Kapitelwechsel und die damit verbundenen Zeitsprünge einfach zu verwirrend. Es wurde nicht chronologisch aufgebaut, was mich beim lesen immer wieder total durcheinander gebracht hat und grade wenn ich zwei Tage mal nicht zum lesen kam, fiel es mir sehr schwer wieder in die Geschichte reinzukommen. Der Schreibstil von Nina Sadowsky war einfach & flüssig zu lesen, allerdings waren mir die Charaktere durchweg zu distanziert und konnten mich in keiner Form erreichen.
Kurz vor dem Ende hat mich die Geschichte so gelangweilt, dass ich es am liebsten abgebrochen hätte ...
Ein Psychothriller war "Be my Girl" für mich leider nicht!



1/5 Sternen


Vielen Dank an den Penguin Verlag für das freundliche Bereitstellen des Buches!